Nachfolgend sind einige Auszüge aus unserem pädagogischen
Konzept aufgelistet. (Das vollständige Konzept können Sie als „Infomappe
2011” im Downloadbereich
herunterladen)
Was ist ein Waldkindergarten?
Zunächst einmal ein ganz normaler Kindergarten, wo Kinder spielen,
toben, basteln, singen, ein sinnvolles Miteinander, soziale Regeln und
vieles mehr erlernen. Die Waldkinder jedoch spielen vor allem mit dem,
was sie in der Natur vorfinden und sind bei Sonne, Wind und Wetter draußen.
Bei extrem schlechtem Wetter steht den Kindern eine Unterkunft zur Verfügung.
Durch den täglichen Aufenthalt in der Natur werden
• Phantasie und Kreativität angeregt,
• das Ausleben von Entdeckungsfreude und Neugier ermöglicht,
• die Sinne sensibilisiert,
• die Gesundheit gefördert,
• kindlichem Bewegungsdrang Raum gegeben und
• ein unmittelbarer Bezug zur Natur hergestellt.
Außerdem ist es gerade in unserer Zeit der Klimawandlung notwendig,
den Kindern die Achtung und den Respekt zur Natur zu vermitteln.
Leben im Jahreslauf
Strukturierendes Element der Waldkindergartenarbeit ist der jahreszeitliche
Rhythmus. Das Kind erlebt die Jahreszeiten unmittelbar: Frühling,
Sommer, Herbst und Winter in ihren unterschiedlichen Qualitäten.
Es empfindet Freude über den ersten Sonnenstrahl nach dichtem Nebel,
die dunklen Wolken am Himmel und den beginnenden Regenguss, die raschelnden
Blätter im Herbst oder die zugefrorenen Pfützen im Winter. Warum
ist der Frühling bunt, duftend, laut, voller Bewegung? Der Winter
hingegen still, starr und arm an Farben und Gerüchen? Wo sind die
Vögel, Insekten und anderen Tiere im Winter? Von wem stammen die
Spuren im Schnee? Wer hat das Blatt angefressen? Wohin führt die
Ameisenstraße?
Kinder bemerken kleinste Veränderungen und fragen nach. Feuer,
Wasser, Luft und Erde gehören zu den existenziellen Lebensgrundlagen
des Menschen. Das Erleben dieser Elemente, der Umgang mit ihnen und den
Naturerscheinungen wie Hagel, Schnee, Regen und Nebel bereichern das Kind
in seiner Persönlichkeit. Das wärmende Feuer im Winter, der
kühle Bach im Sommer, die eiskalte Luft an einem klaren Wintermorgen,
die duftenden Erdschollen im Frühjahr – das alles sind Erlebnisse,
die Liebe zur Natur und damit Verantwortungsgefühl im Kind wachsen
lassen.
Vorbereitung auf die Schule
Die Vorschulerziehung im Waldkindergarten findet nicht nur im letzten
Jahr vor der Schule statt. Die Grobmotorik als Basis für die weitere
körperliche und geistige Entwicklung wird durch die vielen und unterschiedlichen
Bewegungsmöglichkeiten im Wald besonders gefördert. Der Umgang
mit lebenden Objekten wie Tieren und Pflanzen schult die Feinmotorik intensiver.
Beim Hochnehmen einer Raupe mit zwei Fingern braucht ein Kind mehr Feingefühl
als beim Hantieren mit Gegenständen. Die Sprache, Kommunikationsfähigkeit
und das Sozialverhalten finden beim Spielen in der Gruppe ohne vorgefertigtes
Spielzeug eine besondere Förderung. Die Konzentrationsförderung
und das gezielte Hören werden durch die Stille im Wald unterstützt.
Da es jedoch im Gegensatz zur „künstlichen Stille“ im
Wald niemals ganz ruhig ist, lernen die Kinder Hintergrundgeräusche
(z.B. Vogelgezwitscher) auszublenden und sich auf die Erzählung der
Erzieherin zu konzentrieren.
Anerkannte und bewährte Programme für Vorschulkinder zur
mathematischen Bildung und zum Ausbilden des phonologischen Bewusstseins
finden ebenso Verwendung im Waldkindergarten wie Spiele mit Buchstaben,
Zahlen, Farben und Formen.
Wir pflegen einen regen Kontakt zu allen Grundschulen in unserem Einzugsgebiet.
Bei Kooperationstreffen tauschen wir uns über aktuelle Themen aus.
Wir besuchen mit unseren „Fledermäuse“ ihre Grundschule und zum
Gegenbesuch kommt eine Lehrkraft für 1./2. Klasse zu jedem unserer
Vorschüler. Oft schauen auch ganze Klassen am Wandertag bei uns vorbei.